Neuro- und Rechtspsychologie
   Neuro- und Rechtspsychologie     

Intervention

 

Psychologische Intervention im Strafvollstreckungsverfahren

 
 

Eine verhaltenstherapeutisch orientierte Tataufarbeitung erfasst in der diagnostischen Phase einerseits die äußeren Umstände, die zur Tat geführt haben, andererseits die in der Persönlichkeit liegenden Ausgangsbedingungen.

Die wissenschaftlich begründete Erklärung, warum es zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einer Straftat mit einem bestimmten Opfer gekommen ist, wird individuelle Delikthypothese genannt.

Ausgehend von dieser Delikthypothese wird ein individuelles Risikoprofil aufgestellt und mit dem Klienten besprochen. Hierbei ist zunächst die Einsicht und Akzeptanz wichtig, selbst als Handelnder eine Straftat begangen zu haben.

Häufig überwiegen nicht die äußeren Umstände, sondern kritische Eigenschaften in der Persönlichkeit, die zu einer Tat führen und mit Scham- und Schuldgefühlen verbunden sind. Auch sind es Verhaltensweisen oder Einstellungen, die nur mit einiger Mühe und gezielten therapeutischen Übungen verändert werden können.

Sofern ein Klient die individuelle Delikthypothese akzeptieren kann und eine Motivation aufbringt, kritische Einstellungen und Verhaltensweisen zu verändern, beginnt die Phase der Übungen und der Hausaufgaben. Veränderte Einstellungen und hilfreiches Verhalten müssen systematisch und intensiv eingeübt werden.

In einer Abschlussuntersuchung wird anhand wissenschaftlicher Verfahren überprüft, ob das Rückfallrisiko ausreichend reduziert werden konnte.

 

 

Literatur:

Tafrate R.C. & Mitchell, D. (2014): Forensic CBT. A Handbook for Clinical Practice. Wiley & Sons, Uk.

 

 
 
 
 
 
 

Dr. Simone Bahlo

Psychologische Begutachtung

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